
KI in der Bildungsforschung und Lehre
23.03.2026
Die geplante Veranstaltung soll als Plattform für einen gemeinsamen Austausch zwischen allen Interessierten dienen, die sich mit den Chancen und Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Bildungsforschung und Lehre auseinandersetzen. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Relevanz und die Auswirkungen von KI in diesen Bereichen zu fördern. Im Mittelpunkt stehen neben einer Keynote zur Entwicklung und zum Umgang mit KI in der Hochschule allgemein auch drei Workshops zu den Themen Datenschutz, Forschungsdatenmanagement und zum Umgang mit KI in der qualitativen Forschung. Wir laden zu einem aktiven Dialog ein und auch dazu, eigene Fragen und Herausforderungen einzubringen. Nutzen Sie die Gelegenheit, von anderen Teilnehmenden zu lernen, Ideen auszutauschen und potenzielle Kooperationspartner:innen zu finden.
Veranstaltungsdetails
Datum: 23.03.2026
Zeit: 13:00-16:00 Uhr
Ort: online via Zoom
Ansprechpartner:innen
Dr. Ivonne Driesner
Dr. Emanuel Nestler
Leoni Hellmann
Wenden Sie sich bei Fragen bzgl. Programm oder Anmeldung bitte per Mail an:
roc@uni-rostock.de
Programm
13:00 Uhr | Grußwort
Dr. Emanuel Nestler, Universität Rostock
13:15 Uhr | Keynote
Prof. Dr. Doris Weßels, HAW Kiel
Die Keynote bietet den Teilnehmenden einen Einblick in relevante Entwicklungen hinsichtlich des Umgangs mit Künstlicher Intelligenz in der Hochschule allgemein und den Bildungswissenschaften im Besonderen. Was bedeuten die technischen Entwicklungen für Studierende und Lehrende? Was müssen Hochschulen im Umgang mit generativer Künstlicher Intelligenz beachten und welche sinnvollen Leitlinien können Abhilfe schaffen?
14:00 Uhr | Workshops
Sie haben die Möglichkeit, einen der drei etwa 1,5-stündigen Workshops auszuwählen.
1. Datenschutz und KI
Dr. Katja Fröhlich und Dr. Emanuel Nestler (Universität Rostock)
Der Workshop beleuchtet, wie KI in der bildungswissenschaftlichen Forschung sinnvoll eingesetzt werden kann. Im Dialog zwischen den Teilnehmer:innen, der Datenschutzbeauftragten der Universität Rostock und mit einem konkreten Forschungsbeispiel aus der Biologiedidaktik werden mögliche Vorgehensweisen diskutiert. Im Fokus steht das Spannungsfeld zwischen methodischer Innovation unter Nutzung von KI und datenschutzrechtlichen Anforderungen. Anhand konkreter Fallbeispiele didaktischer Forschung werden Erhebung, Transkription, Anonymisierung und Pseudonymisierung sowie KI-gestützte Auswertung diskutiert. Dabei werden unterschiedliche Tools, Einsatzszenarien und datenschutzrelevante Bedingungen praxisnah eingeordnet. Es ist das Ziel, Chancen, Grenzen und Handlungsbedarfe für den verantwortungsvollen KI-Einsatz in Forschungsprozessen sichtbar zu machen.
2. Forschung mit KI: Wo Daten, Dilemmata und Doppelstunden zusammentreffen – und niemand weiß, wer die Daten hat
Max Schröder und Antje Meuser (Universitätsbibliothek Rostock)
Am Beispiel des Forschungsprojekts SeiL (Studienerfolg im Lehramt) wird die Bedeutung von Forschungsdatenmanagement und den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Bildungsforschung vorgestellt. Dabei wird dargestellt, wie strukturierte Datenerhebung, -speicherung und -analyse dazu beitragen, wirksame Unterstützungsmaßnahmen für Studierende im Lehramtsstudium, insbesondere in den Fächern Mathematik und Informatik, zu identifizieren und zu evaluieren. Unterstützungsmöglichkeiten, die im Rahmen der Verarbeitung durch KI-gestützte Methoden, eingesetzt werden können, werden als Ausblick aufgezeigt. In einer abschließenden Diskussion mit allen Teilnehmenden soll gemeinsam beleuchtet werden, welche ethischen, methodischen und technischen Herausforderungen bei der Integration von KI in datenintensive Bildungsforschungsprojekte existieren.
3. KI transformiert qualitative Forschung?!
Dr. Thorsten Dresing
Seit kurzer Zeit verändert Künstliche Intelligenz (KI) rasant die Landschaft der qualitativen Forschung. Während effizientere automatische Transkriptionsverfahren (+50%) bereits breiten Einzug halten, eröffnen Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT, Claude & Co. faszinierende, aber auch herausfordernde neue Perspektiven für die Analyse qualitativer Daten. Doch wie transformativ ist dieser Wandel wirklich? Ziel des Vortrags ist es, den Teilnehmenden ein „Wimmelbild“ der aktuellen Entwicklungen zu vermitteln und sie zu befähigen, relevante Werkzeuge und Methoden für ihre Arbeit zu identifizieren und kritisch einzuordnen.
Dieser Vortrag navigiert durch das Spannungsfeld zwischen Hype und praktischer Realität (das „?!“ im Titel). Ausgehend von den Potenzialen und Grenzen automatischer Transkription beleuchtet er typische Fallstricke und
Probleme beim Einsatz von LLMs in der qualitativen Forschungspraxis – von unzureichenden Ergebnissen durch einfache Prompts bis zur Komplexität des Prompt-Engineerings und der rasanten technologischen Entwicklung.
Im Kern widmet sich der Vortrag dann aktuellen Lösungsansätzen: Neben einer kritischen Einordnung technischer Werkzeuge und Plattformen stehen vor allem methodische Innovationen und Integrationsstrategien im Fokus. Diskutiert und demonstriert werden beispielhaft Ansätze, wie KI in etablierte Verfahren (z.B. die Qualitative Inhaltsanalyse oder die Dokumentarische Methode) integriert werden kann, aber auch neuere, KI-spezifischere Workflows wie Query-Based Analysis als Alternative zum klassischen Codieren oder Strategien zum hybriden Interpretieren mit multiplen LLMs. Die Auswahl der Beispiele wird an den aktuellen Stand der Entwicklung (Frühjahr 2026) angepasst.
Der Vortrag bietet eine praxisnahe Mischung aus Überblick und Demonstrationen ausgewählter Ansätze. Er schließt mit konkreten Handlungsempfehlungen für einen reflektierten, methodisch fundierten und ethisch bewussten Einsatz von KI in der eigenen qualitativen Forschungspraxis.
15:30 Uhr | Berichte aus den Workshops und Abschluss
Zum Abschluss der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, die Inhalte aus den Workshops zu diskutieren und ggf. neue Fragen aufzuwerfen. Die Teilnehmenden sind herzlich eingeladen, ihre Perspektiven und Erkenntnisse zu teilen. Zudem bietet sich hier die Gelegenheit zum Networking sowie zum Austausch von Ideen, um die gewonnenen Erkenntnisse bestmöglich in das eigene Arbeitsfeld zu implementieren.

